Autor: ÖR Ing. Josef Ulz

 

Wildbiene auf Schafgarbe

In diesem Jahr gab es aufgrund der Witterungsbedingungen
im Verhältnis zu anderen Jahren viel Blütenhonig, aber kaum einen Waldhonig zu ernten. Der Grund dafür liegt am Wetter
und auch am Angebot. So hatten wir heuer zur Hauptblütezeit ein traumhaftes Trachtwetter, welches zur Folge hatte, dass in den Gebieten, wo esschwerpunktmäßig eher Blütenhonig zu ernten gab, die Bienen dieses Angebot optimal nutzen konnten. Anders wardies beim Waldhonig. Da gab es zu Beginn für kurze Zeit leichte Zunahmen, aber durch die große Hitze mit begleitender Trockenheit ist der Honigtau ausgetrocknet und danach folgte eine längere Kaltwetterphase, weshalb Bienen das spärlich vorhandene Angebot nicht nützen konnten. Nachdem sich das Wetter normalisiert hat, setzte die Waldtracht leider nicht mehr ein und deshalb gibt es heuer kaum einen Waldhonig bei uns in der Steiermark.

Eine Einbuße im Ertrag, aber auch eine Chance, die Vorzüge von Blütenhonigen für die Konsumenten besser kennenzulernen.

Welche Blütenhonige sind bei uns in der Steiermark zu ernten?

Je nach Region Obstblütenhonig, Löwenzahnblütenhonig, Akazienhonig, Lindenblütenhonig, Edelkastanienhonig und im Ennstalder Alpenrosenhonig. Wer andere Blütenhonige wie Raps oder Sonnenblumenhonig ernten möchte, könnte mit seinen Bienen in die Nachbarbundesländer wie Burgenland oder Niederösterreich wandern, da diese Kulturen nur unter pannonischem Klima- und Bodenbedingungen ausreichend Nektar abgeben. Obwohl erfreulicherweise die Anzahl der Sonnenblumenfelder in den letzten Jahren bei uns in der mittleren und südlichen Steiermark zu nehmen, können wir aus den erwähnten Gründen von dieser Trachtpflanze in unseren Regionen praktisch keinen Honig ernten.

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