Autor: Andreas Oswald, LK Stmk.
Hinter dem klingenden Namen verbirgt sich in diesem Fall keine Speise der Götter, sondern eine eher un-scheinbare Pflanze mit attraktiv gefiedertem Laub. Auf den ersten Blick harmlos, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen ein Feindbild, das regelrecht zum Ausreißen animiert. Der Gesellschaft ist mit diesem „Sport“ jedenfalls ein Gefallen getan.
Ambrosia, Beifußblättriges Traubenkraut oder (engl.) Ragweed sind die geläufigen Namen für die aus Nordamerika stammende Ambrosia artemisiifolia. Die gefiederten Blätter sehen dem heimischen Beifuß tatsächlich sehr ähnlich, sind auf der Blattunterseite jedoch nicht silbrig behaart und verströmen beim Zerreiben nicht den würzigen Duft des Beifußes. Spätestens mit Erscheinen der traubigen Blütenstände ab etwa Juli ist eine Verwechslung aus-geschlossen. Wer sich von den kräftigen Blütenständen der ca. 1m hohen Pflanzen eine Blütenpracht erwartet, wird enttäuscht, denn die winzigen Blüten sind kaum sichtbar und die Blütentrauben bleiben grün. Seit ihrer Einschleppung in Europa vor etwa 150 Jahren hat sich Ambrosia insbesondere im europäischen Süden zunehmend ausgebreitet. In Österreich ist sie auf dem Vormarsch, vor allem entlang von Straßenrändern, zunehmend in landwirtschaftlichen Flächen und immer wieder in Gärten. Mit dem Klimawandel beschleunigt sich ihre Ausbreitung, und es steht zu erwarten, dass sie sich neue Lebensräume erobern wird.
Problematik
Als invasiver Neophyt bereitet Ambrosianicht nur aus ökologischer Sicht Sorgen. Besonders bedenklich ist ihre Wirkung auf die Gesundheit, denn die Pflanze produziert extrem allergene Pollen. Im Lauf einer Saison bringt es ein einziges Exemplar auf bis zu eine Milliarde Pollenkörner. Für eine allergische Reaktion in Form von Heuschnupfen genügen jedoch bereits 10–15 Pollenkörner pro Kubikmeter Luft. Schätzungen zufolge sind 5% der ÖsterreicherInnen von einer Ambrosia Allergie betroffen. Die weitere Ausbreitung und damit die steigende Pollenmengen, könnten diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten verdoppeln. Der späte Blühzeitpunkt ab etwa August bis in den Oktober führt dabei zu einer deutlichen Verlängerung der Pollensaison – zum Leidwesen vieler AllergikerInnen.
Bild: Nicht unähnlich, Amrosia (links) und Beifuß
Bekämpfung
Ambrosia ist ein Samenunkraut mit gewaltigem Vermehrungspotential, ca. 3.000 bis 5.000 Samen je Pflanze sind keine Seltenheit. Gut entwickelte Pflanzen schaffen wesentlich mehr, bis 62.000 Samen wurden erhoben.
Um eine Ausbreitung zu stoppen, muss die Samenbildung verhindert werden. Solange die Pflanze noch nicht zu weit entwickelt ist, kann Ausreißen…