Autor: Redaktion
Private Rebanlagen spielen als Trittsteine eine wichtige Rolle in der Verbreitung der Rebenkrankheit. Die Problematik erfordert ein übergreifendes Agieren von Weinbauern und privaten Rebenbesitzern, um großflächige Schäden an den steirischen Weinkulturen zu vermeiden. Doch was steckt hinter der Krankheit?
Biologie
Die Goldgelbe Vergilbung (Grapevine flavescence dorée, GFD) wird wie die Schwarzholzkrankheit von Phyto-plasmen (das sind zellwandlose Bakterien) verursacht, die im Phloem der Pflanzen leben und sich von den Stoffwechselprodukten im Pflanzensaft ernähren. Die Zellen der Leitbahnen werden von ihnen besiedelt und
führen zu Störungen der Nährstoffversorgung, des Wasser und Hormonhaushalts der Rebe. Der Befall zeigt sich in der Vergilbung der Blätter, bei Weißweinsorten in Aufhellungen, bei roten Reben in ein dunkles Violett. Eine Unterscheidung anhand dieser Symptome zur ebenfalls gefürchteten Schwarzholzkrankheit (Stolbur) ist
schwierig und ist nur durch Laboranalysen sicher festzustellen, was nur die erste Herausforderung darstellt.
Als Wirtspflanzen gelten neben den Weinreben der Götterbaum (Ailanthus altissima), Erlen (Alnus sp.), Waldrebe
(Clematis vitalba), Haselnuss (Corylus avellana) und Weide (Salix sp.). Der Befall am Weinzeigt sich an Trieben, Blättern, Gescheinen und Beeren. Gegen die goldgelbe Vergilbung gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeiten, eine Rodung der Pflanzen in Begleitung sanitärer Maßnahmen ist unvermeidlich.
Befallsymptome
Die befallenen Reben zeigen folgende Krankheitsmerkmale:
a. Eindrehen der Blätter nach hinten und dachziegelartige Anordnung
b. Spröde, brüchige Blätter c. Vergilbungen (Verfärbungen)
– bei Weißweinsorten verfärben sich die Blätter gelb, bei Rotweinsorten rot
d. Sommertriebe verholzen nicht und bleiben grün
e. Eintrocknen der Trauben
f. Absterben der befallenen Rebstöcke in den folgenden Jahren.
Maßnahmen:
Ab Ende Juli sind die ersten erwachsenen Tiere der ARZ zu beobachten. Für deren Überwachung werden je Monitoringstandort 5 Gelbtafeln in die Weingärten gehängt und im 2 Wochen-Rhythmus ausgetauscht und ausgewertet.
Die Bestimmung und Auszählung der Zikaden erfolgt im Labor (Binokular).