Autor: DI Gregor Theißl BSc

Überwinterung von Nützlingen

Insekten verfügen über vielfältige Strategien, um die kalten Wintermonate zu überstehen und im Frühjahr wieder
zahlreich auszuschwärmen. Ob als erwachsenes Insekt, Puppe, Larve oder Ei – die Überwinterungsformen sind meist artspezifisch und können selbst innerhalb einer Gattung stark variieren.

Bild: Grasbüschel als Überwinterungsquartier für Nützlinge

Totholz, bevorzugt Hartholz, bietet Insekten wertvolle Rückzugsräume für die Überwinterung. Wird ein Ende des Holzes
leicht eingegraben und das andere mit Steinen unterlegt, entsteht auf kleinem Raum vielfältiger Lebensraum. Das Anlegen horizontaler Strukturen ist dabei ökologisch höherwertiger als das von vertikalen. Solche bodennahen, geschützten Lebensräume werden beispielsweise von Kurzflüglern (Staphylinidae) genutzt, die als Larve, Puppe oder adulte Tiere überwintern. Laufkäfer (Carabidae) nehmen Hohlräume
ebenso gerne in Anspruch und überdauern dort die kalte Jahreszeit. Stehen Grasbüschel zur Verfügung, dienen diese ebenfalls als Rückzugsort.

 

 

Erwachsene Marienkäfer (Coccinellidae) verhalten sich ähnlich: Neben Zwischenräumen in Steinhaufen und Holz
werden auch Spalten bei Häusern genutzt. Besonders ist, dass sie sich im Spätherbst in großen Gruppen an sonnigen Plätzen versammeln und anschließend gemeinsam frostgeschützte Winterquartiere aufsuchen.

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