Autor: Mag. Gudrun Krobath

Vermeidung von Kraut- und Braunfäule an Paradeisern

Ein jeder Paradeiserliebhaber kennt die Problematik mit dem plötzlichen Zusammenbrechen von Paradeiser-pflanzen – meist dann, wenn die Ernte beginnt. Dabei handelt es sich um einen Befall mit der Kraut- und Braunfäule. Diese wird durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht. Erkennbar ist ein Befall an oliv-braunen
Flecken an den Blättern, welche sich rasch im Bestand ausbreiten. Bei entsprechender Luftfeuchtigkeit ist auf der Blattunterseite ein Sporenrasen erkennbar. Braun-schwar￾ze Flecken am Stängel können ebenfalls auf einen Befall hinweisen. Die Früchte haben braune, verhärtete Stellen und sind wenig bis kaum genießbar. Bei einem starken Befall sterben die Pflanzen ab.

 Standortwahl und Pflege

Vor allem eine feucht-warme Witterung begünstigt eine Infektion sowie eine rasante Ausbreitung im Bestand. Hohe Temperaturen und eine geringe Luftfeuchtigkeit hingegen hemmen die Keimung der Pilzsporen bzw. stoppen kurzfristig eine weitere Ausbreitung im Bestand. Damit das Risiko einer Infektion möglichst gering gehalten wird, können bereits beim Setzen der Paradeiserpflanzen einige Dinge berücksichtigt werden. Dazu zählt u. a. ein vor Regen geschützter Standort. Dabei muss es sich um kein Gewächshaus handeln. Bereits eine Überdachung der Pflanzen reduziert das Befallsrisiko. Auch ein geschützter Standort an der Hausmauer bietet Schutz. Weiters sollten die Pflanzen nicht zu dicht gesetzt werden, damit sie gut abtrocknen können und eine gute Luftzirkulation im Bestand gewährleistet ist. Zu vermeiden sind unbedingt Über Kopf-Bewässerungen. Gießmaßnahmen sind in den Morgenstunden zu tätigen. Die unteren Blätter sollten nicht am Boden aufliegen und können bei hoher Blattmasse entfernt werden. Erste Blätter mit Symptomen sollten aus dem Bestand genommen werden. Wichtig ist auch, die Pflanzen nicht am selben Standort wie im Vorjahr zu setzen. Die Pilzsporen überdauern im Boden und können unter optimalen Bedingungen die Kultur im Folgejahr infizieren. Ebenso sollten befallene Pflanzenreste aus dem Garten entfernt werden und wenn möglich nicht kompostiert werden. Zusätzlich kann man beim Kauf der Pflanzen auf Krautfäule-tolerante bzw. -resistente Sorten achten. Diese sind weniger
bzw. bei Berücksichtigung der genannten Punkte kaum anfällig gegenüber der Kraut und Braunfäule.

 

Bild: Blattflecken

Einsatz von Pflanzenstärkungs-mitteln und Co.
Neben den bereits erwähnten vorbeugenden Maßnahmen können zusätzlich diverse Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden. Diese gibt es bereits als Fertigprodukte im Fachhandel oder können selbst in Form von Brühen, Jauchen oder Tees hergestellt werden. Zur Zellstärkung eignen sich Ackerschachtel- halmprodukte. Bei regelmäßiger An-wendung sind die Pflanzen weniger anfällig gegenüber dem Schadpilz.
Bei länger anhaltender Schlechtwetter-phase kann man die Paradeiserpflanzen
mit Natriumhydrogencarbonat (Backpulver) oder einem Milch-Wasser-Gemisch behandeln, um ein Aufkommen zu unterdrücken bzw. eine weitere Ausbreitung im Bestand einzudämmen.

 

 

Wobei derartige Anwendungen in kurzen Abständen wiederholt werden sollten. Nur so wird gewährleistet, dass auch der Neuaustrieb geschützt ist. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass die Blattunterseite gut benetzt wird. Durch die Anwendung kommt es zu einer Veränderung des pH-Wertes und dem Schadpilz wird somit die Lebensgrundlage entzogen, welche er für ein optimales Wachstum benötigen würde. 

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