Autor: MSc Andrea Haunold 

Nanu, wer frisst denn da in meinem Blatt?

Wer hat sie noch nicht gesehen: helle Schnörkel, Linien und Flecken, die Blätter verschiedener Pflanzen durchziehen?
Die Verursacher können z.B. Blumenfliegen, Minierfliegen oder Miniermotten sein. Die hellen Muster im Blatt (= Minen) entstehen durch die Fraß-Tätigkeit der Larven. Werden befallene Blätter gegen das Licht betrachtet, können die Larven und ihr Kot in den Gängen sichtbar sein. Im Blatt fressend sind die Larven gut geschützt, was eine Bekämpfung schwierig macht. Dieser Artikel beleuchtet vorbeugende Maßnahmen und Möglichkeiten,
Gegenspieler einzusetzen bzw. diese im Freiland zu fördern.

 Minierfliegen

Minierfliegen legen ihre Eier mit Hilfe eines Legebohrers in die Blätter der Wirtspflanze ab. Dabei – und bei der Nahrungsaufnahme – entstehen helle Punkte, die auf einen Minierfliegenbefall hindeuten. Die Larven schlüpfen im Blatt und erzeugen beim Fressen die hell erscheinenden Minen.

Heimischen Minierfliegen-Arten können an der Verpuppung innerhalb des Blattes erkannt werden. Bekannte Vertreter sind z.B. die Lauchminierfliege (Phytomyza gymnostoma) oder die Blumenkohlminierfliege
(P. rufipes), die an Raps und anderen Kohlgewächsen auftritt. 

 

Bild: Liriomyza – Schadbild an Gerbera

Minierfliegen der eingeschleppten Gattung Liriomyza können aufgrund ihres hohen Vermehrungspotentials starke wirtschaftliche Schäden verursachen. Sie nehmen verschiedenste Wirtspflanzen an, u.a. Korbblütler, Kreuzblütler, Kürbis-gewächse, Nachtschattengewächse und Schmetterlingsblütler. Adulte Fliegen sind an einem gelben Punkt auf ihrem Rücken erkennbar. Die Verpuppung findet außer-halb des Blattes statt; meist liegen die bräunlichgelben Puppen auf der Blatt-Oberseite.
Das Abzupfen der ersten befallenen
Blätter und das Fördern von Nützlingen
sind wichtige vorbeugende Maßnahmen.

 

 

Miniermotten
Miniermotten sind Kleinschmetterlinge, deren Raupen sich in den Blättern ihrer Wirtspflanzen entwickeln. Die adulten Motten werden nur 2-4 Millimeter groß und haben graue oder braune Flügel mit einem metallischen Schimmer. Die Weibchen legen ihre Eier an die Blätter von Wirtspflanzen, die Larven bohren sich in das Blatt ein und durchlaufen darin mehrere Larven-Stadien. Die Verpuppung erfolgt im Blatt, im Boden oder in der Laubstreu.
Pro Jahr sind drei bis vier Generationen möglich.
Das Aussehen der Miniergänge ist artspezifisch und kann für die Bestimmung herangezogen werden. Treten die …

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