Autor: Andrea Haunold

Takahashia japonica ist eine asiatische Schildlausart, die erstmals auf Maulbeerbäumen in Japan beschrieben wurde. 2017 wurde die Schnur-Schildlaus erstmals in Europa (Italien) nachgewiesen. Bestätigte Vorkommen gab es laut EFSA bis 2023 in Großbritannien, Italien und Kroatien. Takahashia japonica breitet sich lokal über die Larven aus, welche zu anderen Wirtspflanzen kriechen oder durch den Wind, Tiere oder infiziertes Pflanzenmaterial (z.B. Schnittgut) verbreitet werden. Auf längeren Strecken passiert die Verbreitung über den Transport befallener Pflanzen(teile).
Der Wirtspflanzenkreis des polyphagen Schaderregers ist groß. So werden Bäume aus 17 Pflanzenfamilien befallen, wie z.B. Eiche (Acer sp.), Citrus (Citrus sp.), Quitte (Cydonia oblonga), Walnuss (Juglans regia), Apfel (Malus domestica), Amberbaum (Liquidambar sp.) und viele Ziergehölze.

Symptome eines Befalls sind die auffälligen Brutsäcke, Honigtau-ausscheidungen auf der Pflanze, sowie das Absterben von Knospen. Bei einem starken Befall kommt es zum Gelb werden von Blättern mit anschließendem Blattfall. Außerdem sind – speziell bei jungen Bäumen – reduziertes Pflanzenwachstum und Absterben von Zweigen oder ganzen Pflanzen möglich.

Takahasia japonica vermehrt sich parthenogenetisch: die Nymphen schlüpfen aus unbefruchteten Eiern. Nach zwei Nymphenstadien entstehen blass-grüngelbe Weibchen. Ausgewachsene, reproduzierende Weibchen sind 5-7 mm lang, dunkelbraun und haben tiefe Rillen am Rücken. Zwischen Ende April und Anfang Mai produzieren sie die
charakteristischen Brutsäcke, die Takahashia japonica zu einem auffälligen Schädling machen: Es handelt sich um
weiße, 5-7 cm lange Schleifen, die aus einer wachsartigen Substanz bestehen und ringförmig um den Körper ange- ordnet sind. Darin befinden sich bis zu
5.000 orangefarbene Eier, aus denen ab Ende Mai die Larven schlüpfen. Diese wandern von den Zweigen zu den Blättern und ernähren sich den Sommer über vom zuckerhaltigen Phloem-Saft der Bäume. Im Herbst wandern die Tiere zu den Zweigen zurück, um dort zu überwintern.

 

 

Nach dem Erstfund von Takahashia japonica in Kroatien (Pula), wurde ein Citizen Science-Projekt gestartet,…

 

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