Autor:  Fachverein Steirische Obstbaumwarte

Da jetzt die Zeit zur Gewinnung von Edelreisern gekommen ist, sei noch einmal hingewiesen, wie Edelreiser geschnitten werden sollen und ein paar Tipps zur Lagerung bis zum Durchführen der Winterveredelung gegeben werden.

Ungeeignet sind Zweige, deren Knospen Blütenanlagen enthalten. Diese sind auf den Austrieb von Blüten angelegt und bringen im Allgemeinen keinen Holzaustrieb, der für die Bildung eines neuen Stammes resp. einer neuen Krone notwendig ist. Sogenannte „Wassertriebe“ hingegen besitzen hauptsächlich Blattknospen, die
zur Bildung von Holztrieben fähig sind.
Da die beiden Veredelungspartner in der Veredelungsstelle aufeinander zuwachsen müssen, soll das Edelreis über genügend gespeicherte Energie verfügen, also nicht zu schwach gewachsen sein. Wenn die Stärke des
Edelreises mit der der Unterlage zusammenpasst, lässt sich die Veredelung durch den klassischen Kopulationsschnitt gut durchführen. Offensichtliche Krankheitssymptome wie z.B. Mehltaukerzen schließen die
Reiser aus.

 

Bild:  ungeeignete Reiser                                                              Bild: Unterschiede der Knospen erkennen

Für die Lagerung der Reiser ist die Gratwanderung zwischen Vertrocknen und Schimmeln zu schaffen. Die Umgebungsluft soll ausreichend hohe Feuchtigkeit und niedrige Temperatur besitzen und möglichst keimfrei sein, da ein Befall des Edelreises durch diverse Schimmelpilze die Veredelung aussichtslos macht.
Die Reiser in einem Plastiksackerl in der Gemüselade des Kühlschranks ist die einfachste Lagermöglichkeit, Platzmangel aber meist vorprogrammiert.

Der nicht ganz dicht verschlossene Plastiksack am Boden ….

Lesen Sie weiter Ausgabe 01/2026.