Autor: Reaktion
Ursprünglich im Gebiet vom Kaukasus bis Indien wildwachsend, hat sich Knoblauch (Allium sativum) als weltweit
flächenmäßig größte Kultur unter den Zwiebelgemüsen etabliert. Der österreichische Weingartenknoblauch ist ein halbverwilderter Vertreter des vor langer Zeit eingeschleppten Knoblauchs. Der außerhalb des Ursprungsgebietes vorkommende „wilde Knoblauch“ ist ebenso der Gattung Allium zuzuordnen, umfasst aber andere Arten.
Knoblauch wird heute weltweit kultiviert, jährlich ca. 28 Mio. Tonnen Knoblauch werden geerntet. China, Indien,
Bangladesch und Myanmar sind die bedeutenden Anbauländer, erst an fünfter Stelle ist Spanien mit 3,5% der chinesischen Anbaufläche vertreten. Österreich liegt weltweit an 78. Stelle, der Anbau ist aber hierzulande sehr im Steigen begriffen. Die Erntemenge hat sich im Zeitraum von 2011 bis 2021 mehr als verdoppelt, die Eigen-versorgung liegt damit aber immer noch bei 25% des Jahresbedarfs von 0,6 kg Knoblauch pro Kopf.
Im Freiland können bei geeigneten Bodenverhältnissen im Frühjahrsanbau Erträge von 4000 bis 5000 kg erzielt werden, im Herbstanbau sogar 5000 bis 9000 kg. Grund genug, sich mit dem Anbau dieses Gemüses auseinanderzusetzen.
Knoblauch im Jahreslauf
Aus den Zehen entwickeln sich als erstes nach der Keimung die Wurzeln, der Sprossansatz erscheint erst später, induziert durch die steigende Tageslänge. Ist dies der Fall, entwickelt sich im Inneren der Zehe die Sprossachse, die sich dann an der Spitze zeigt und dann beginnt, Laubblätter zu bilden.
Zeitlich betrachtet kann die Abfolge so beschrieben werden:
Im Dezember Ausbildung der Wurzeln, beginnende Laubentwicklung Anfang März, Hauptwachstum zwischen März und
Mai, dann Ausbildung der Zehen und vollständige Zwiebelreife bis zur Ernte im Juni.
Pflanzung bis zur Ernte
Vor der Pflanzung wird die Knoblauchzwiebel in die einzelnen Zehen zerteilt. Sehr schonend, beim Anbau größerer Mengen jedoch auch sehr arbeitsintensiv ist das Zerteilen per Hand. Durch pilzliche Erreger (Penicillium, Fusarium etc) geschädigte Zehen können bei dieser Art der Zerteilung einfach eliminiert werden, noch bevor es zu einer Ausbreitung auf das restliche Pflanzgut kommen kann. Mechanische Verletzungen der Zehen…