Autor: DI Stefan Käfer
Mulchen ist nicht nur im Nutzgarten sinnvoll, sondern auch im Ziergarten. Sommerliche Hitze und intensive Sonneneinstrahlung setzen dem Boden stark zu. Mulch schützt die Oberfläche, reduziert die Verdunstung und stabilisiert das Bodenklima. Gleichzeitig fördert er das Bodenleben und damit den Aufbau von Humus – eine der wichtigsten Grundlagen für gesunde, widerstandsfähige Pflanzen.
Mulchen verbessert die Wasserversorgung von Stauden, Gehölzen und Rosen deutlich und unterdrückt Beikräuter. Im Boden läuft parallel ein zentraler Prozess: Organisches Material wird von Mikroorganismen umgesetzt und in Humus überführt. Dadurch steigen Wasserhaltefähigkeit, Strukturstabilität und Nährstoffverfügbarkeit – ein entscheidender Vorteil in trockenen Sommerphasen.
Klassische Materialien
– Grasschnitt / Wiesenschnitt: nährstoffreich, rasch wirksam, nur dünn und angetrocknet ausbringen
– Gehäckselter Strauchschnitt: strukturstabil, langfristige Wirkung
Alternative Materialien
– Miscanthus (Chinaschilf): hell, luftig, langsame Zersetzung. Die scharfkantige Struktur kann für Schnecken
unangenehm sein und wirkt in trockenen Phasen leicht abschreckend. Bei feuchter Witterung verliert dieser Effekt jedoch deutlich an Bedeutung.
– Gartenfaser (Holzfaser): optisch ruhig, gute Unkrautunterdrückung, aber schneller Abbau.
Rindenmulch: langlebig, jedoch fachlich kritisch zu sehen: enthält Gerbstoffe (Tannine), die empfindliche Pflanzen hemmen können, kann den Boden ansäuern. Schafwolle: hohe Wasserhalte-fähigkeit, liefert langsam Nährstoffe (v. a. Stickstoff), kann Schnecken abschrecken, solange sie trocken und locker ist, bei Feuchtigkeit ver-liert sie diese Wirkung weitgehend und wird für Schnecken über-windbar, bei zu dichter Auflage Gefahr von Verfilzung.
Bild: Mulchschicht aus Miscanthus
und Hackschnitzel © Bauernhof Radl
Mineralischer Mulch
– z.B. Kies, Splitt oder Lava: – keine Humuswirkung, aber sehr langlebig und verdunstungshemmend
– speichert Wärme, daher eher für trockenheitsliebende Pflanzen geeignet
– kein Beitrag zum Bodenleben – im Naturgarten nur gezielt einsetzen ….
