Quelle: Rudolf Lantschbauer/Sepp Barwisch „Sauvignon Blanc“, Vinothek-Verlag
Wie bei der heurigen International Wine & Spirit Competition (IWSC), die ihre globale Verkostung 2025 zum ersten Mal in der Steiermark abgehalten hatte, ganz deutlich abzulesen war, besitzt der Sauvignon für die Steiermark außergewöhnliches Potenzial: Zehn der 18 österreichischen Goldmedaillen gingen an steirische Weingüter, angeführt von einem beeindruckenden Auftritt der Sauvignon-Blanc-Riege. 18 Gold-, 111 Silber- und 173 Bronzemedaillen waren vergeben worden, die meisten Goldmedaillen gab es für Sauvignon Blancs aus der Steiermark, gefolgt von Grünen Veltlinern aus dem Kamptal und Kremstal. Mittlerweile ausgezeichnet in der nationalen und weltweiten Weinszene etabliert, gilt steirischer Sauvignon Blanc als Aushängeschild heimischer Weinqualitäten.
Wie die Sauvignon blanc-Rebe in die Steiermark gekommen war, ist historisch gesehen nicht ganz klar. Vermutlich hat Erzherzog Johann am Musterweingut Pickern bei Marburg, heute Pekre neben einer enormen Zahl von Weiß-
weinsorten auch den Sauvignon blanc in Kultur nehmen lassen. Erst in der Ampelographie von Hermann Goethe,
dem ersten Direktor der Weinbauschule Marburg, wurde im Jahr 1876 die Rebsorte Sauvignon blanc angeführt. Die politischen Spannungen zwischen Österreich und Frankreich führten zur Eindeutschung des Namens als Muskat-Sylvaner, was einerseits auf das sortentypische Bukett als auch auf die Wuchsform der Rebe ähnlich eines Sylvaners beruht. Mit dem Sylvaner hat der Sauvignon blanc weiters aber nichts gemein, an den weißwolligen
Triebspitzen ist der Unterschied zu den grünen Spitzen des Sylvaners festzustellen.
Nach dem ersten Weltkrieg mit dem Verlust der Untersteiermark verblieben in der österreichischen Steiermark nicht einmal ein Zehntel der ursprünglichen Weingartenfläche,
Lesen Sie weiter Ausgabe 11/2025