Autor: Mag. Dr. Claudia Steinschneider, Versuchsstation für Spezialkulturen Wies

Beim Spargelsalat (Lactuca sativa var. angustana; L. sativa var. asparagina) handelt es sich um eine Salatart, die vor allem auf Grund der ausgeprägten Stängel im asiatischen Raum als Lebensmittel sehr beliebt ist. Daher auch die weit verbreitete Bezeichnung „Chinesischer Salat“. Ursprünglich mit einer langen Tradition aus Ostasien stammend, handelt es sich bei Spargelsalat, wie bei allen Lactuca-Salaten, um eine einjährige Kultur, die im
Frühjahr nach den Spätfrösten im Freiland gepflanzt wird, sich aber auch für die Überwinterung eignet. Es bildet sich zu Beginn eine dichte Blattrosette und der Salat beginnt rasch zu „schießen“ – also einen Stiel zu entwickeln. Von diesem Stängel wird hauptsächlich das Mark als Gemüse verwendet. Sie können nicht nur roh, sondern
auch wie Spargel zubereitet verzehrt werden. Hierfür werden sie zum Beispiel in Scheiben geschnitten und in einer Pfanne angebraten. Aus gesundheitlicher Sicht handelt es sich bei Spargelsalat auf Grund der verdauungs-fördernden Bitterstoffe und dem hohen Gehalt an Fruchtsäuren, Vitaminen und Mineralien um eine empfehlens-werte Ergänzung zum Speiseplan.

 

 

Für den Anbau richten sich Boden-,
Nährstoff- und Kulturbedingungen nach
jenen von herkömmlichen und bei uns bekannten Salaten: Die Pflanzen werden bei einer Aussaat ab März geschützt vorgezogen und können ab April mit einem Pflanzabstand von 25 bis 40 cm zwischen und 25 bis 30 cm in der Reihe ausgepflanzt werden. Durch die etwas längere Entwicklungszeit ist eine Ernte ab ca. Juni möglich: die Stängel sind dann, abhängig von der Sorte, 30 bis 40 cm lang und haben einen Durchmesser von etwa 5 cm und mehr. Vor der Ernte werden die Pflanzen bis auf die Spitzen entlaubt und sind dann kühl und feucht etwa eine Woche haltbar. Beim richtigen Erntezeit-punkt ist Vorsicht geboten: verzweigen sich die Pflanzen oder setzen sie Knospen an, können die Stängel bitter werden.

Bild: Vor der Ernte wird der Großteil der Blätter entfernt.

 

 

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit der Arche Noah wurden in der heurigen Anbausaison 20 Akzessionen aus dem Handel und aus Genbanken parallel angebaut, um die Anbaueignung in unseren Breiten zu überprüfen, aber auch das Produkt zu verkosten. Dies fand im Gasthaus Thaller (St. Veit in der Südsteiermark;
www.gasthaus-thaller.at) mit der Unterstützung vom Spitzenkoch Hans Reisinger (www.johann-reisinger.at) statt.  Dabei wurden die Stiele der Akzessionen einmal roh und einmal gedämpft auf ihre Sensorik überprüft, aber auch die Blätter wurden von allen verkostet.

 

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