Autor: DI Renate Fuchs

Es gibt viele verschiedene Wanzen, welche im Garten angetroffen werden können, darunter nicht nur schädigende, sondern auch nützliche Arten wie beispielweise die Blumenwanze oder verschiedene Raubwanzen, welche auch zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Viele der bekannten Wanzen führen jedoch zu Schäden an Kulturpflanzen im Obst-, Gemüse- und Gartenbau. Insbesondere zwei eingeschleppte Wanzenarten waren in den letzten Jahren beinahe überall anzutreffen und sind mittlerweile jedem Landwirt, Gärtner- und Gemüsebauern bestens bekannt: die grüne Reiswanze und die marmorierte Baumwanze – beide Arten verursachen erhebliche Schäden an Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenkulturen. Wanzen stechen bevorzugt die Zellen an sehr jungen Trieben an, im weiteren Pflanzenwachstum entstehen dadurch Löcher in den Blättern und Wuchsdeformationen an Trieben, Blüten und Früchten. Heimische Wanzen haben meist ausreichend natürliche Feinde, welche deren Anzahl in Schach hält. Invasive Arten haben hingegen längere Zeit „freie Fahrt“ ohne gestoppt zu werden. Schlupfwespen sollen hier aber künftig Abhilfe schaffen. 

Nach der Winterruhe erfolgt die Eiablage, bei der Reiswanze sind dies bis zu 100 Eier! Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen 5 Stadien mit sehr unterschiedlicher Farbvariation. Die Larven findet man oft gruppenweise auf den Pflanzen, wo sie Pflanzensaft an den Blättern und Früchten saugen. (Unterscheidung der beiden Wanzen siehe Bilder)

Die Reiswanze Nezara viridula
und die marmorierte Baumwanze
Halymorpha halys

Das Schadpotential dieser Wanzen ist
enorm! Eine Vielzahl von Pflanzen dienen
als Wirtspflanzen – Zierpflanzen, Fruchtgemüse, Bohnen, Soja, Birnen, Beeren… um nur einige zu nennen. Durch das Anstechen der Früchte kommt es zu starken Deformationen, sprich nicht vermarktungsfähiger Ware!
Beide Wanzen wurden durch den globalen Handel beinahe weltweit verschleppt.
Dazu kommt, dass sich ihr natürliches Verbreitungsgebiet aufgrund der Klimaerwärmung immer mehr in Richtung Norden ausbreitet. Die Überwinterung erfolgt als adulte Wanzen an geschützten Stellen, vorwiegend Gebäuden oder Bodenstreu.

 

 

Schlupfwespe als Gegenspieler
Ein Grund für die rasche Ausbreitung dieser Wanzenarten ist, dass deren natürliche Gegenspieler bei uns nicht vorkommen. Bekämpfungsmöglichkeiten sind nach wie vor rar, einzig Pyrethroide bringen einen gewissen Erfolg, der Einsatz ist allerdings nicht mit Nützlingseinsatz kompatibel. Aus diesem Grund hat die Suche nach natürlichen Gegenspielern der Reiswanze an Bedeutung gewonnen. Weltweit wird dabei eine kleine Schlupfwespe Trissolcus basalis am häufigsten erwähnt, welche …..

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