Autor: Mag.a Anna Luidold, Biodiversitätsexpertin Naturpark Südsteiermark, Regionalmanagement Südweststeiermark GmbH
Seit 2024 wird im Naturpark Südsteiermark das ELER-Projekt „Weingärten im Biotopverbund“ mit zahlreichen Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität auf Weinanbauflächen umgesetzt. Ziel ist es, ein funktionierendes Biotopverbundsystem aufzubauen, zu stärken und langfristig zu sichern. Weinbauflächen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer vielfältigen struktur-reichen Kulturlandschaft, in der ökologische Akzente gezielt ergänzt werden.
Bereits im vergangenen Jahr konnten umfangreiche Maßnahmen realisiert werden. Dazu zählen unter anderem die Anlage von Amphibientümpeln, oder auch Pflanzung von Hecken und Gehölzstrukturen an und in Rebzeilen. Diese Elemente tragen wesentlich dazu bei, Lebensräume zu schaffen, ökologische Wechselwirkungen zu fördern und die Resilienz der Landschaft zu erhöhen.
Trockensteinmauerschule Österreich zu Gast im Naturpark
Das Frühjahr stand ganz im Zeichen von Steinmauern. Mit Kursleiter Rainer Vogler, von der Trockensteinmauer-schule Österreich, konnte ein ausgewiesener Fachexperte für das Projekt gewonnen werden. Im Rahmen eines dreitägigen Workshops für Weinbaubetriebe aus der Region wurde beim Weingut Polz in der Naturparkgemeinde Straß in der Steiermark eine Trockensteinmauer in mühevoller Handarbeit errichtet. Dabei wurden den Kursteil-nehmer*innen nicht nur die Grundlagen des Handwerks nähergebracht, Rainer Vogler und sein Team weisen im Zuge des Baufortschrittes immer wieder auf die Bedeutung solcher Elemente für Reptilien und Amphibien als wertvollen Lebensraum hin.
Zusammenarbeit mit der LFS Silberberg
intensiviert
Im Zuge der Projektwoche der Fachschule Silberberg arbeiteten Schüler*innen unter Anleitung von Rainer Vogler an der Errichtung einer Trockensteinmauer auf dem Gelände des
Landesweingutes Silberberg. Ergänzend dazu wurde über das Projekt ein öffentlicher
Fachvortrag zum Thema an der Schule veranstaltet, wodurch Praxis und Wissensvermittlung gezielt miteinander verknüpft wurden.
Bild: © RMSW
Best-Practice Beispiele für die Region
Die umgesetzten Maßnahmen und Veranstaltungen zeigen beispielhaft, wie durch Kooperationen, fachliche Expertise und regionales Engagement eine „Grüne Infrastruktur“ entstehen kann. Beide Projekte sind frei zugänglich und stehen der Öffentlichkeit als Best Practice-Beispiele zur Verfügung.
