Autor: DI Wolfgang Renner, Versuchsstation Haidegg
Reblaus und Veredelung
Die Pfropfung der Europäer Reben auf Unterlagen von anderen Arten der Gattung Vitis begann in größerem Umfang nach 1880, als die Reblaus in Europa auftauchte. In der Steiermark wurde sie im August 1880 erstmals entdeckt. Ende des 19. Jahrhunderts hat sich die Pfropfung der europäischen Edelrebe Vitis vinifera auf natürlich resistente Vitis ssp. aus Nordamerika als einzige nachhaltige Methode zur Reblausbekämpfung etabliert. Sie ist
nach wie vor die einzig wirksame Methode zur Bekämpfung der zerstörerischen Wurzelreblaus und wird heute in den meisten Weinanbaugebieten der Welt eingesetzt. Heimische Vermehrungsbetriebe variieren heute in der Auswahl der Rebunterlagen wenig und entscheiden sich für ihre Veredelungen überwiegend für Kreuzungen aus V. berlandieri und V. riparia. Am häufigsten verwenden steirische Rebvermehrer die Unterlagensorten ‘SO4’ und ‘K 5BB’. Auch nach weit über 100 Jahren ist der Hauptzweck der Rebveredelung immer noch die Bekämpfung beziehungsweise Hintanhalten der Reblaus.
Welschriesling
Nach Grüner Veltliner und Blauer Zweigelt ist Welschriesling mit einer Fläche von 2.718 Hektar die am dritthäufigsten angebaute Rebsorte in Österreich. 734 Hektar davon stehen in der Weinbauregion Steirerland. Die Anbaufläche ist allerdings seit Jahren rückläufig. Austrieb, Blütezeit und Beerenreife sind spät. Wegen der späten Reife verlangt die Sorte gute Lagen.
Unterlagenprüfung
Um den Einfluss verschiedener Unterlagen auf die Edelsorte Welschriesling zu prüfen, wurde in der Südsteiermark ein Vergleich mit 12 Unterlagssorten (=Varianten) gepflanzt und
über einen Zeitraum von 16 Vegetationsjahren in Hinblick auf Standfestigkeit, Nährstoff-aufnahme, Trockentoleranz und Leistungs-fähigkeit ausgewertet. Der Versuchswein-garten befindet sich in der Gemeinde Leutschach a.d. Weinstraße auf einem steilen Südhang mit einem mäßig trockenen, mittel-gründigen Rigolboden auf Kalkmergel, dessen Phosphorversorgung niedrig, Kaliumgehalt
mittel und Magnesiumgehalt hoch ist.
Bild: Reblaus / Foto Adobe Stock
Schlussfolgerungen
Die Prüfung von zwölf verschiedenen Unterlagsrebsorten bei der für die Steiermark wichtigen Rebsorte Welsch –
riesling auf einem mittelgründigen Rigolboden auf Kalkmergel ergab Unterschiede besonders hinsichtlich Stand-festigkeit, Neigung zu Magnesium-Mangel,Wuchsstärke und Ertragsleistung. Die geringste Standfestigkeit war bei den Versuchsvarianten C3309 und 161-49C festzustellen. Welschriesling ist bekannt für seine Neigung zu
Magnesiummangel. Auf Standorten mit schlechter Magnesium-Verfügbarkeit könnten Magnesium-effiziente Unterlagssorten wie 1103P, C3309 oder Fercal Verbesserungen bringen. Als am kräftigsten das Wachstum beeinflussende Unterlagen konnten 1103P, 5BB und 420A beobachtet werden.
